Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

Aktuelles

  • SPRACHDIDAKTISCHES FORSCHUNGSKOLLOQUIUM Vortrag am 24.05.2017
    Diana Ernst: Mündliche Erklärfähigkeiten in der Sekundarstufe I – Ergebnisse ...[mehr]
  • PUBLIKATION: Textschicksale: Das Werk Arthur Schnitzlers im Kontext der Moderne
    Wolfgang Lukas, Michael Scheffel (Hrsg.)[mehr]
  • Literaturwissenschaftliches Kolloquium zum Thema "Spekulativer Realismus"
    In den letzten Jahren hat der Begriff des Realismus in Philosophie, Ästhetik, Literatur- und...[mehr]
  • PUBLIKATION: Theorien des Essens
    Die Zubereitung und Aufnahme von Nahrung sind von großer gesellschaftlicher Relevanz und medial...[mehr]
  • PUBLIKATION: Geheimsprachen. Geschichte und Gegenwart verschlüsselter Kommunikation
    Efing, Christian/Arich-Gerz, Bruno[mehr]
Mai 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06 07
08 09 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 27 28
29 30 31  

Sprachwissenschaft des Deutschen

Ein Satz wie Lass mir den Klaus zufrieden! geht uns leicht von den Lippen. Ebenso mühelos beurteilen wir Sätze wie Lass mir dem Klaus zufrieden!, Mir dem Klaus lass zufrieden! oder Lass Ihnen den Klaus zufrieden! als "falsches" Deutsch. Und wenn wir hören, wie jemand sagt Lass mir den Klaus äh den Hans zufrieden, dann verstehen wir ohne umständliche Erklärungen (wie etwa Oh entschuldige bitte, da habe ich mich soeben versprochen, ich wollte natürlich sagen, dass du den Hans in Ruhe lassen sollst) genau diese Botschaft.  

Diese wenigen Beispiele können schon andeuten, dass wir offensichtlich Fähigkeiten besitzen, die uns mühelos solche Urteile und Deutungen erlauben. Versucht man jedoch die Grundlagen dieser Fähigkeiten explizit zu machen, bemerkt man schnell, dass ihnen sehr komplexes sprachliches Wissen zugrunde liegt. Die Leichtigkeit, mit der wir tagtäglich über eine unendliche Anzahl verschiedener Themen sprachlich (meist korrekt) miteinander kommunizieren, steht somit in einem erstaunlichen Gegensatz zu der Schwierigkeit, die Gesetzmäßigkeiten zu ermitteln, unter denen die vielfältigen sprachlichen Formen und Bedeutungen zustande kommen.  

Die Natur dieses sprachlichen Wissens als Teil der kognitiv-kommunikativen Fähigkeiten jedes Menschen zu ergründen, steht im Zentrum der sprachwissenschaftlichen Forschung. Wir möchten wissen, wie die grammatischen und kommunikativen Regeln, die Bedeutungsregeln und die Eigenschaften der Wörter eigentlich beschaffen und "in unserem Kopf" repräsentiert sind, wie dieses sprachliche Wissen so scheinbar selbstverständlich von Kindern erworben wird und wie wir es beim Produzieren und Verstehen konkreter sprachlicher Äußerungen anwenden.

Die Sprachwissenschaft des Deutschen konzentriert sich in dieser Perspektive auf die Spezifik der deutschen Sprache. Untersucht werden die formalen Strukturen des Deutschen, ihre Verwendungen und Funktionen in Gesprächen und Texten. Das Interesse richtet sich dabei sowohl auf die gesprochene deutsche Sprache in ihren verschiedenen sozialen und regionalen Varianten als auch auf die geschriebene deutsche Sprache mit ihren orthografischen Normen. Auch die historische Entwicklung des Deutschen ist Gegenstand der Sprachwissenschaft. Betrachtet wird, in welcher Weise und warum sich das Deutsche im Laufe seiner Geschichte verändert hat.