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Mittwoch, 24. Januar 2018

Sprachwissenschaft des Deutschen

Die Sprache des Menschen bildet den zentralen Gegenstandsbereich der Sprachwissenschaft. Die Zuordnung von Laut und Bedeutung, die spezifischen Bildungsweisen ihrer Strukturen, ihre Verwendung in der Kommunikation, ihr Ausdruck in Lautform oder Schrift sowie ihr Erwerb in der frühen Kindheit stellen einzelne Aspekte aus dem vielfältigen Phänomenbereich der menschlichen Sprache dar.

Einen Satz wie (1) verwenden und verstehen wir problemlos:

(1) Lass mir den Klaus zufrieden!

Ebenso mühelos beurteilen Sprecher Sätze wie (2a) und (2b) als „falsches“ Deutsch:

(2) a. *Lass mir dem Klaus zufrieden!
(2) b. *Mir zufrieden lass dem Klaus!

Aber auch Äußerungen mit Korrektur (wie äh den Hans in (3)) werden ohne Erläuterung verstanden:

(3) Lass mir den Klaus äh den Hans zufrieden!

Schon diese wenigen Beispiele demonstrieren die Fähigkeit von Sprechern, solche sprachlichen Urteile und Deutungen abzugeben.
Der Versuch, die Grundlagen dieser Kompetenzen genau zu bestimmen, führt jedoch zu der Einsicht, dass ausgesprochen komplexe (mental verankerte) Systeme das sprachliche Verhalten steuern, wobei sich große Teile dieses Verhaltens der bewussten Kontrolle entziehen. Die Natur des sprachlichen Wissens als Teil der kognitiv-kommunikativen Fähigkeiten des Menschen zu ergründen, steht somit im Zentrum sprachwissenschaftlicher Forschung.

Die Sprachwissenschaft des Deutschen konzentriert sich unter dieser Perspektive auf die spezifischen Charakteristika der deutschen Sprache. Untersucht werden die formalen Eigenschaften und Strukturen sprachlicher Komplexe sowie deren Verwendungen und Funktionen in Gesprächen und Texten. Das Interesse richtet sich dabei sowohl auf die gesprochene deutsche Sprache in ihren verschiedenen sozialen und regionalen Varietäten als auch auf die geschriebene deutsche Sprache mit ihren orthografischen Normen. Aber auch die historische Entwicklung des Deutschen und die charakteristischen Merkmale seiner verschiedenen Entwicklungsstadien und ihrer Übergänge stellen zentrale Bereiche in Forschung und Lehre dar.