Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

Aktuelles

  • E-Journal DIEGESIS: Neues Heft
    DIEGESIS. Interdisziplinäres E-Journal zur Erzählforschung.[mehr]
  • Weihnachtsvortrag des Fachs Allgemeine Literaturwissenschaft
    Weihnachtsvortrag des Fachs Allgemeine Literaturwissenschaft Prof. Dr. Rolf-Peter Janz (FU...[mehr]
  • Call for papers: Internationale Tagung "Friedrich Engels - literarisch?!"
    Friedrich Engels – literarisch?! Vom 19.–21. Februar 2020 findet an der Bergischen Universität...[mehr]
  • Publikation: Sprache und Kommunikation in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
    Neuerscheinung Handbuch: Efing, Christian/Karl-Hubert Kiefer (Hrsg.) (2018): Sprache und...[mehr]
  • Probleme und Lösungen der Notizbuch-Edition.
    Vortragsreihe des IZED im Wintersemester 2018/19 [mehr]
Dezember 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  01 02
03 04 05 06 07 08 09
10 11 12 13 14 15 16
18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31  

Profil des Fachs

Das Teilfach Ältere deutsche Literatur (kurz: ÄdL) ruht auf drei tragenden Säulen:

Sprache: Mit jeder neuen Generation von Sprechern verändert sich eine Sprache. Neue Wörter entstehen, alte sterben aus, viele erhalten eine andere Bedeutung; Aussprache und Schreibung der Wörter können sich verändern, Sprachgrenzen sich verschieben und vieles mehr. Im Laufe der Zeit addieren sich diese zunächst kleinen Veränderungen zu so großen, dass wir die ältesten deutschsprachigen Texte, die uns überliefert sind, nicht mehr auf Anhieb lesen und verstehen können. Deshalb beschäftigen wir uns mit der Entwicklung der deutschen Sprache von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Im Laufe des Studiums lernen Sie insbesondere das Mittelhochdeutsche kennen, d. h. die in einer Zeit von etwa 1050‒1350 (Mittel-) im südlichen, höher gelegenen Sprachraum (-hoch-) gesprochene Sprachstufe des Deutschen (-deutsch).

Literatur: Aus dem Mittelalter ist uns eine reiche und vielfältige Literatur in deutscher Sprache überliefert: Autoren wie Hartmann von Aue (›Erec‹, ›Iwein‹), Wolfram von Eschenbach (›Parzival‹, ›Willehalm‹), Gottfried von Straßburg (›Tristan‹) sowie Walther von der Vogelweide und anonym gebliebene Werke wie das ›Nibelungenlied‹ stellen um 1200 entstandene, bedeutende Höhepunkte der Literaturgeschichte dar. Die Palette der Textsorten reicht von Heldenepen und höfischen Versromanen über Minnelyrik und bisweilen politischen Sangsprüchen bis hin zu geistlichen Predigten, mystischen Abhandlungen und Rechtstexten aller Art. Wir beschäftigen uns sowohl mit der Übersetzung als auch mit der Interpretation der Texte aus dem 8. bis 16. Jahrhundert, wobei ein Schwerpunkt auf den um 1200 in mittelhochdeutscher Sprache entstandenen Texten liegt.

Kultur: Die Texte, die wir lesen, stammen aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit. Sie repräsentieren damit eine Lebens- und Vorstellungswelt, die uns – ebenso wie die Sprache – fremd geworden ist. Aus diesem Grund erforschen wir die mittelalterliche Kultur und beziehen dabei die gesellschaftlichen, religiösen, moralischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und künstlerischen Voraussetzungen mit ein.

Unser Fach ist darüber hinaus komparatistisch ausgerichtet, d. h. es untersucht die Beziehungen zwischen deutschsprachiger und z. B. lateinischer, französischer sowie italienischer Literatur. Außerdem sind einige Hilfswissenschaften wichtige Bestandteile unseres Faches: In der Kodikologie, d. h. der Handschriftenkunde, und der Inkunabelkunde untersuchen wir, wie im Mittelalter handgeschriebene Bücher und in der frühen Neuzeit die ersten Drucke (lat. incunabula) entstanden und verbreitet wurden. In der Paläographie, d. h. der Lehre von den alten Schriften, untersuchen wir, wie sich unsere Schrift entwickelt hat und lernen, wie man die im Mittelalter verbreiteten Schriften entziffern kann. In der Editionswissenschaft und der an sie angeschlossenen Textkritik bemühen wir uns, die Texte in modernen Ausgaben sowohl dem Fachpublikum als auch einem breiteren Publikum wieder zugänglich zu machen und untersuchen, wie die handschriftliche Überlieferung die Texte im Laufe der Zeit verändert hat. Zugleich versteht sich unser Fach als historisch perspektivierte, doch zugleich moderne literaturwissenschaftliche Disziplin: Daher sind auch jüngere Zugriffe von der Narratologie (Erzählforschung) über die Gender Studies bis hin zu den Digital Humanities im Fach repräsentiert. Die ÄdL ist damit nicht nur als ein Teil der Germanistik zu betrachten, sondern als interdisziplinäres Fach, das neben Sprach- und Literaturwissenschaft auch Kultur- und Medienwissenschaft integriert.