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Internationale Sommerschule/Herbstkonferenz 2015 an der BUW: Identitätskonstruktionen in Sprache und Literatur

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz

Im Rahmen des deutsch-ägyptischen Kooperationsprojekts „Interkulturelle Kommunikation“ fand im November 2015 eine Internationale Sommerschule/Herbstkonferenz zum Thema: Identitätskonstruktionen in Sprache und Literatur an der BUW statt. Im Zentrum dieser nunmehr schon fünften Veranstaltung dieser Art standen wiederum der Austausch über interkulturelle Aspekte der Germanistik sowie die Entwicklung von Innovationen in Forschung und Lehre.

Die Sommerschule fand im Rahmen einer Fördermaßnahme des DAAD statt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren überwiegend deutsche und ägyptische Nachwuchswissenschaftler, Doktoranden und Postdoktoranden sowie beratende Professoren. Die meisten Nachwuchswissenschaftler aus Ägypten sind Mitglieder der Al Alsun-Sprachenfakultät der Ain Shams-Universität in Kairo, mit der eine langjährige Kooperation besteht. Daneben waren KollegInnen aus den großen Germanistikabteilungen der Cairo Universität, Al-Azhar Universität und Helwan Universität in Kairo vertreten.

Aus der Sicht der wissenschaftlichen Leitung hob Frau Prof. Dr. Eva Neuland zur Einführung folgende vier Aspekte hervor, die das Kooperationsprojekt zwischen der BUW und der Ain Shams Universität zu einem Erfolgsmodell gemacht haben: Partnerschaftliche Kooperation von Anbeginn auf „Augenhöhe“, Vernetzung zwischen den großen Germanistikabteilungen in Kairo, Beteiligung des Fachs Germanistik in der Breite von Sprach- und Literaturwissenschaft, Medien- und Übersetzungswissenschaft, Deutsch als Fremdsprache sowie der Einbezug aller Statusgruppen von Abteilungsleitern bis zu Magistranden.

Gleich zu Beginn verabschiedeten die Konferenzteilnehmer eine Stellungnahme Gemeinsam gegen den Terror, in der sie anlässlich der schrecklichen Geschehnisse in Paris ihr Engagement für interkulturelle Verständigung, Respekt vor anderen Kulturen und gegenseitige Toleranz ausdrückten.

Begrüßt wurden die ca. 40 Gäste von Frau Dr. Renate Dieterich, Leiterin des zuständigen Referats beim DAAD, von Frau Prof. Dr. Cornelia Gräsel, Prorektorin für Internationales und Diversität sowie von Frau Prof. Dr. Irmgard Nickel-Bacon, Fachsprecherin der Germanistik. Das Programm folgte auch in diesem Jahr der bewährten Mischung aus Gastvorträgen sowie von Impulsreferaten aus den sprach- und literaturwissenschaftlichen Teildisziplinen des Faches. In mehreren Workshops wurden wissenschaftliche Kompetenzen eingeübt und Arbeiten der Nachwuchswissenschaftler zur Diskussion gestellt. Die beiden Gastvorträge hielten Kollegen der Nachbaruniversität Duisburg-Essen und zwar Prof. Dr. Ulrich Ammon zur Stellung des Deutschen als Wissenschaftssprache sowie Prof. Dr. Ulrich Schmitz zum Sprachgebrauch in Medien.

Die Impulsreferate von Wuppertaler KollegInnen beschäftigten sich mit Identität und historischem Erzählen (Prof. Dr. Ursula Kocher), Literarischen Identitätskonstruktionen (Prof. Dr. Matias Martinez), dem Umgang mit Identitätskonflikten in der deutschsprachigen interkulturellen Kinder- und Jugendliteratur (Dr. Stefan Neumann), Das Besondere erzählen. Perspektiven auf Biographie und Biographik (PD Dr. Christian Klein). Von Seiten der Sprachwissenschaft lauteten die Themen:  Sprachliche Identität: Region, Nation, Globalisierung (Dr. Birte Kellermeier-Rehbein) sowie Soziolinguistische Aspekte: Sondersprachen (Prof. Dr. Christian Efing) und Fachsprache - Fachkommunikation (Dr. Karl-Hubert Kiefer). Auch das Impulsreferat zur Flucht nach Europa von PD Dr. Peter Zimmermann löste intensive Diskussionen aus. Große Aufmerksamkeit wurde auch zwei Impulsreferaten auch Nachbardisziplinen zuteil, und zwar zu Chancen der Mehrsprachigkeit von Frau Prof. Dr. Natascha Müller aus der Romanistik sowie Identität und Interaktion aus soziologischer Sicht von Prof. Dr. Andreas Schaarschuch aus der Sozialpädagogik. Zwei Workshops dienten schließlich der hochschuldidaktischen Weiterbildung, und zwar stellte Prof. Dr. Hans Jürgen Heringer aus Augsburg seine neue M(Mobile)-Learning-App Deutsch-Quiz-Duell vor und Julian Hanebeck vom ZGS diskutierte mit den Teilnehmern Formen und Funktionen wissenschaftlichen Schreibens insbesondere von Abstracts.

Zwei wissenschaftliche Teilprojekte werden noch im Rahmen der deutsch-ägyptischen Kooperation in naher Zukunft fortgersetzt.

  •  Die Implementation des gemeinsam entwickelten, bolognakonformen MA-Studiengangs Interkulturelle Kommunikation  an der Ain Shams Universität
  •  Publikation eines Sammelbandes Texte zur Interkulturellen Germanistik. Beispielanalysen für die universitäre Lehre und den DaF-Unterricht mit Beiträgen von 18 ägyptischen NachwuchswissenschaftlerInnen.  

Das deutsch-ägyptische Kooperationsprojekt zur Interkulturellen Germanistik steht in derzeit schwierigen politischen Umständen, nicht nur in den arabischen Ländern. Die bisherigen Unterstützungen des DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes haben einmalige Chancen zur Innovation von Forschung und Lehre im akademischen Bereich eröffnet. Die Teilnehmer der Sommerschule plädieren an die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger, weiterhin Mittel für die Fortführung von akademischen Kooperationen zur Verfügung zu stellen. „Das Vertrauen und die Hoffnungen, die im Rahmen langjähriger deutsch-ägyptischer Zusammenarbeit mithilfe von erfolgreichen DAAD-Projekten im Hinblick auf wissenschaftlichen Fortschritt, Studienreform und Nachwuchsförderung aufgebaut werden konnten, dürfen nicht wieder verloren gehen. Gerade in diesen Zeiten ist das Engagement für ein friedliches Miteinander auf der Basis von gegenseitigem Respekt, kultureller Toleranz und interkultureller Verständigung unverzichtbar.“, so lautete die verabschiedete Stellungnahme der Teilnehmer.